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Welches Verhütungsmittel passt zu mir?

Etwa 90% aller Deutschen nutzen Kondome und die Antibabypille zur Verhütung – dabei gibt es noch viele andere Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern. Hier findest Du heraus, welches Verhütungsmittel am besten zu Dir passt!

Du interessierst Dich für natürliche Verhütung? Diese Produkte unterstützen Dich dabei!

Pearl-Index

Mit dem Pearl-Index zeigen wir Dir, wie sicher die untenstehenden Verhütungsmethoden sind. Er beschreibt, wie viele Frauen trotz Verwendung eines Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres schwanger werden. Wenn 100 Frauen mit einer bestimmten Methode verhüten und innerhalb von zwölf Monaten zwei Frauen trotzdem schwanger werden, liegt der Pearl Index bei 2. Je niedriger die Zahl, desto zuverlässiger ist also die entsprechende Verhütungsmethode. Allerdings kann der Pearl-Index immer nur einen Anhaltspunkt liefern, denn: die Sicherheit Deiner Verhütung ist immer auch abhängig von der richtigen Anwendung.

Verhütung mit Hormonen

Hormonpräparate täuschen Deinem Körper eine Schwangerschaft vor. Die Folge: der Eisprung bleibt aus und Deine Eizelle kann nicht befruchtet werden. Besonders gerne greifen jüngere Mädchen und Frauen, die auf Nummer sicher gehen wollen, zu hormoneller Verhütung. Häufig wird die Pille dabei auch gegen hormonell bedingte Beschwerden während der Pubertät bzw. des Zyklus verschrieben, etwa bei Akne, starken Regelschmerzen oder PMS Symptomen.
So komfortabel die hormonelle Verhütung auch ist, umso länger ist auch die Liste möglicher Nebenwirkungen:

  • Übelkeit mit Erbrechen
  • Gewichtszunahme
  • sexuelle Unlust
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
  • Hirnschlag und Herzinfarkt (insbesondere Thrombose in Verbindung mit Rauchen)
  • erhöhtes Risiko auf Krebs, Diabetes sowie Schäden an Leber und Schilddrüse
  • Störung des Immunsystems
  • Unfruchtbarkeit und erhöhtes Risiko für Fehlgeburten

Wenn Dich diese lange Liste nicht abschreckt, gibt es für Dich die folgenden hormonellen Verhütungsmittel:

Antibabypille

Sie ist das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland – etwa 55% aller Frauen im gebärfähigen Alter nehmen die Antibabypille ein. Wird sie richtig angewendet, verhütet sie vom ersten Tag an beinahe zu 100 Prozent. Deshalb rangiert sie auch auf der Skala des Pearl-Index mit 0,1 – 0,9 in den oberen Rängen. Schmankerl: Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen vollständig die Kosten.

Minipille

Sie hat weniger Nebenwirkungen als die Antibabypille, da sie keine Östrogene enthält. Allerdings muss sie täglich zur selben Uhrzeit eingenommen werden um sicher zu verhüten. Sie hat deshalb mit 0,5 – 3 einen etwas schlechteren Pearl-Index als die klassische Pille.

Verhütungspflaster

Das Pflaster bietet eine hohe Sicherheit, da Durchfall und Erbrechen die Wirkung nicht beeinträchtigen. Im Allgemeinen haftet es sehr gut an – sogar beim Sport oder im Schwimmbad. Allerdings nimmt seine Wirkung bei Frauen ab 90 Kilo ab, deshalb schneidet es mit einem Pearl-Index von 0,7 bis 0,9 etwas schlechter ab als die Antibabypille.

Du bist vergesslich und suchst eine langfristige Verhütungsmethode, um die Du Dich nicht weiter kümmern musst? Dann sind die oben genannten Optionen nichts für Dich. Dennoch kannst Du hormonell verhüten:

Vaginalring

Der Ring wird von Dir selbst eingesetzt und bleibt anschließend 3 Wochen zur dauerhaften Verhütung in der Scheide. Die Handhabung des Rings ist sehr einfach, allerdings ist das Thromboserisiko beim Vaginalring besonders hoch. Aus Verhütungssicht ist er allerdings mit einem Pearl-Index von 0,4 – 0.65 sehr sicher.

Hormonspirale

Nach dem Einsetzen durch Deinen Frauenarzt wirkt die Hormonspirale für 3 bis 5 Jahre. Vorsicht: dieser Eingriff dauert zwar nur ein paar Sekunden, wird aber von den meisten Frauen als schmerzhaft empfunden. Mit einem Pearl-Index von 0,16 bietet die Hormonspirale eine ausgezeichnete Verhütungssicherheit, für Frauen mit kleiner Gebärmutter ist sie jedoch physiologisch ungeeignet

Dreimonatsspritze

Die sogenannte “Depotspritze” wird alle drei Monate von Deinem Gynäkologen verabreicht und garantiert Dir in der Zwischenzeit mit einem Pearl-Index von 0,3 – 0,88 fast hundertprozentigen Schutz vor Schwangerschaft. Aufgrund des besonders starken Eingriffs in den Hormonhaushalt eignet sie sich besonders für Frauen, die die Familienplanung bereits abgeschlossen haben.

Hormonimplantat

Mit einem ausgezeichneten Pearl-Index von 0 – 0,08 führt das Hormonimplantat die Rangliste der sicheren Verhütungsmittel an. Das Implantat wird unter der Haut eingesetzt und sorgt so für eine stetige Abgabe von Hormonen und damit für einen langfristigen, sicheren Schutz. Allerdings haben ganze 10% aller Trägerinnen mit Nebenwirkungen zu kämpfen.

Für den Notfall: Die “Pille danach”

Die “Pille danach” schützt Dich auch nachträglich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr vor einer unerwünschten Schwangerschaft. Sie ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und muss – je nach Präparat – spätestens 3 bis 5 Tage, jedoch am besten innerhalb der ersten 12 Stunden, nach dem Sex eingenommen werden. Diese Hormonbombe sollte aber wirklich nur im Notfall eingesetzt werden!

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Verhütung ohne Hormone

Immer mehr Frauen greifen aufgrund der starken Nebenwirkung von Hormonpräparaten zu Verhütungsmitteln, die den Spermien sprichwörtlich den Weg zum Muttermund abschneiden. Bei der richtigen Anwendung können auch sie mit hoher Verhütungssicherheit glänzen:

Kondom

Da es reißen oder abrutschen kann, ist das Kondom mit einem Pearl Index von 2 – 12  zwar nicht ganz so sicher wie Pille & Co, jedoch kann es als einziges Verhütungsmittel auch vor Geschlechtskrankheiten und einer HIV-Infektion schützen. Manche sexuell übertragbaren Krankheiten zeigen teilweise keine oder nur schwache Symptome und bleiben daher unentdeckt. Alleine mit Chlamydien stecken sich deutschlandweit jährlich bis zu 300.000 Frauen neu an. Gerade bei Frauen unter 24 ist die Infektion weit verbreitet – und gehört in Deutschland zu den Hauptursachen für Unfruchtbarkeit. Beim Sex mit Männern, die Du nur wenig kennst und bei denen Du Dir nicht sicher sein kannst, dass sie gesund sind, solltest Du also unbedingt auf die Verwendung eines Kondoms bestehen – auch wenn Dein Sexualpartner keine Lust darauf hat!

Für erfahrene Frauen, die bestenfalls bereits Kinder haben, gibt es zudem noch weitere Optionen um eine “Barriere” für Spermien zu schaffen:

Kupferspirale

Die Spirale löst in der Gebärmutter einen Dauerreiz aus, so dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Das Kupfer der Spirale hemmt zudem die Beweglichkeit von Spermien. Wenn Du keine Hormone verträgst, hast Du mit der Kupferspirale vielleicht einen guten Ersatz gefunden. Mit einem Pearl Index von 0,3 – 0,8 kann sie in Sachen Sicherheit durchaus mit ihren hormonellen Alternativen mithalten. Neben dem schmerzhaften Einsetzen, berichten Frauen allerdings von einigen Nebenwirkungen, wie einer stärkeren Regelblutung und Menstruationsbeschwerden. In den ersten Monaten besteht vor allem bei Mädchen und jungen Frauen mit kleinerer Gebärmutter ein erhöhtes Risiko einer Entzündung im Beckenraum.

Diaphragma

Das Diaphragma funktioniert wie eine “Mauer” zwischen Spermien und Muttermund. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingesetzt, was allerdings etwas Übung erfordert. In Kombination mit einem Verhütungsgel steigt die Sicherheit des Diaphragmas. Das spermienlähmende oder -abtötende Gel alleine stellt keine sichere Verhütungsmethode dar, erreicht aber zusammen mit dem Diaphragma angewandt einen Pearl-Index von 1 bis 20. Die sehr weite Spanne der Verhütungssicherheit kommt daher zustande, da es große Unterschiede bei der Anpassung und Qualität des Diaphragmas gibt – lass Dich also besser vor dem Kauf von dem Gynäkologen Deines Vertrauens beraten!

Verhütung mit natürlichen Methoden

Wer komplett auf Hilfsmittel bei der Verhütung verzichten will, kann auf natürlichem Wege seine unfruchtbaren Tage mit hilfe von Berechnungen oder Temperaturmessungen herausfinden. Nur an den unfruchtbaren Tagen kannst Du ungeschützten Sex haben, ohne erhöhtes Risiko, schwanger zu werden. Das Gute an diesen Methoden ist: sie haben keinerlei Nebenwirkungen. Allerdings sind sie sehr fehleranfällig: sind die Berechnungen nicht genau genug, kommt es zu einer ungewollten Schwangerschaft. Daher ist diese Methode besonders für sehr disziplinierte Frauen geeignet, die über viel Erfahrung und Wissen über den eigenen Körper verfügen und im Zweifelsfall auch mit einer ungewollten Schwangerschaft zurechtkommen.
So kannst Du natürlich verhüten:

Hormon-Messung

Mit Teststreifen kannst Du in Deinem Morgenurin die am Zyklus beteiligten Hormone bestimmen und so Deine fruchtbaren Tage bestimmen. Die Methode ist mit einem Pearl-Index von 5-6 alleine angewandt nur mäßig sicher.

Temperaturmethode

Bei dieser Methode misst Du nach dem Aufwachen deine Körpertemperatur und trägst diese in ein Kurvenblatt ein. Um deine fruchtbaren Tage herum steigt die Temperatur an. Vorsicht: Schwankungen der Temperatur sind auch aufgrund anderer Faktoren wie Krankheit oder einer anderen Uhrzeit bei Messung möglich. Bist Du mit der Dokumentation sehr sorgsam, hat die Temperaturmethode einen Pearl-Index von 0,8 – 3.

Billings-Methode

Durch die Untersuchung Deines Ausflusses kannst Du herausfinden, ob Du gerade fruchtbar bist. Die Methode hat einen Pearl Index von 5 – 15. Ist deine Scheide besonders feucht, liegt das an Deinem sogenannten Zervixschleim. Durch ihn können Spermien besonders einfach und schnell zur Gebärmutter befördert werden – und Du entsprechend leichter schwanger. Zudem ändert sich die Konsistenz deines Ausflusses im Laufe des Zyklus: vor dem Eisprung wird Dein Schleim durch den steigenden Östrogenspiegel glasiger, durchsichtiger und dünnflüssiger. Bei diesen beiden Anzeichen solltest Du unbedingt auf Sex ohne Verhütungsmittel verzichten.

Symptothermale Methode

Wenn Du Temperatur- und Billings-Methode zur Ermittlung deines Eisprungs gemeinsam anwendest und die Ergebnisse doppelt kontrollierst, kannst Du auch auf natürlichem Wege sehr sicher verhüten. Der Pearl-Index erreicht sogar einen Wert von 0,4. Natürlich gilt der Pearl-Index nur dann, wenn Du an den unfruchtbaren Tagen konsequent auf Sex verzichtest.  Alternativ kannst Du zum Kondom greifen.

Verhütungscomputer / Apps

Apps wie Clue und Ovy helfen Dir, Deinen Zyklus zu dokumentieren. Auch zur Erfassung von PMS-Beschwerden eignet sich eine solche App. Basierend auf der symptothermalen Methode, sagt Ovy Dir Deine fruchtbaren Tage voraus, und bestimmt den Zeitpunkt Deiner Periode auf Basis Deiner Basaltemperatur und der Beschaffenheit Deines Zervixschleims. Ovy bietet neben der Zyklus-App auch ein spezielles Thermometer an, welches über Bluetooth Deine Basaltemperatur misst.
Noch sicherer sind kleine, spezielle Computern mit denen Du Deine natürliche Empfängnisverhütung unterstützen kannst. Sie berechnen den Termin des Eisprungs und ermitteln so die unfruchtbaren Tage einer Frau. Je nach Modell variiert ihre Zuverlässigkeit stark von einem 1 bis 6 auf dem Pearl Index. Ein Computer, der sich allein auf die Temperaturmethode stützt, hat demnach einen weit schlechteren Pearl Index als symptothermale Verhütungscomputer. Wie bei allen natürlichen Verhütungsmethoden gilt aber auch hier: eine Schwangerschaft kann nur vermieden werden, wenn du diszipliniert Deine Körpersignale erfasst und ausschließlich an Deinen unfruchtbaren Tagen ungeschützt Sex hast.

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Coitus interruptus

Dieser komplizierte Begriff bedeutet nichts weiter als “unterbrochener Sex” und bezeichnet schlichtweg die Beendigung des Geschlechtsverkehrs vor der männlichen Ejakulation. Es wird Dich nicht überraschen, dass diese Methode sehr fehleranfällig ist und kaum als ernsthafte Verhütungsmethode betrachtet werden kann. So kann Deine Eizelle schon durch den sogenannten “Lusttropfen”, der bereits vor der Ejakulation austritt, befruchtet werden. Diese Unsicherheit zeigt sich auch am Pearl-Index – für Coitus interruptus beträgt dieser lediglich 4-18.

Sterilisation

Wer die Familienplanung abgeschlossen hat und sicher keine Kinder mehr haben möchte, der kann sich für eine Sterilisation entscheiden. Bei diesem operativen Eingriff werden die Eileiter verschlossen oder seltener sogar teilweise oder ganz entfernt. Der Vorteil liegt auf der Hand: mit einem Pearl Index von unter 0,1 ist die Sterilisation fast zu 100 Prozent sicher, gleichzeitig musst Du Dir über Verhütung keine Gedanken mehr machen. Jedoch birgt der Eingriff die Risiken einer Operation. Zudem ist eine Sterilisation bei der Frau in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen. Wähle diesen Schritt also nur mit Bedacht und wenn Du Dir ganz sicher bist, dass Du keine Kinder mehr haben willst.
Eine Sterilisation kann auch beim Mann durchgeführt werden. Bei der sogenannten Vasektomie werden die beiden Samenleiter durchtrennt, so dass keine Spermien mehr in den Samenerguss gelangen. Der Samenerguss selbst ist aber auch nach einer Vasektomie noch möglich. Der 15-minütige Routineeingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und ist viel einfacher und risikoärmer als die Sterilisation der Frau. Dennoch sollte sich auch hier der Mann darüber im Klaren sein, dass die Vasektomie in den meisten Fällen nicht mehr umkehrbar ist.
Der Markt bietet mittlerweile viele verschiedene Verhütungsmethoden, jedoch nicht jede davon ist für alle Frauen gleichermaßen geeignet. Welche Methode für Dich die richtige ist, entscheidest deshalb alleine Du. Nimm Dir Zeit Dich zu informieren, wäge Vor- und Nachteile ab und besprich Deine Bedenken mit Deinem Partner und Deinem Gynäkologen. So wirst Du das Verhütungsmittel finden, das am besten zu Dir und Deinem Leben passt!

Welche Verhütungsmittel hast Du schon ausprobiert? Und welche Methode kannst Du aus eigener Erfahrung empfehlen?

Quellen:
https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/
https://www.bzga.de/infomaterialien/familienplanung/
https://www.profamilia.de/themen/verhuetung
https://www.netdoktor.de/verhuetung/
http://www.verhuetungscomputer.net/verhuetungscomputer/

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